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Ergebnis der Stralsunder Bürgerschaftssitzung vom 04.03.2021
 
Einen Tag nach der Bürgerschaftssitzung zum Thema Waldabholzung für Supermarkt, Kita und Wohnungen wurde berichtet, dass die Stralsunder Bürgerschaft das Vorhaben "mit großer Mehrheit" angenommen hat.
 
Was war zuvor geschehen? ":Leider" (für OB und Minister Backhaus) haben Recherchen der Presse ergeben, dass sich der Stralsunder OB für dieses Projekt Unterstützung beim Landwirtschaftsminister Backhaus Unterstützung holte, weil die Forstbehörde die Abholzung des Walstücks versagte, mit der Begründung, dass es sich hier per Gesetz um einen schutzwürdigen Küstenschutzwald handelt. Damit gab sich der OB nicht zufrieden. Kurzerhand verfügte Backhaus, dass das Waldstück abgeholzt werden darf fü das Projekt von OB und Investor. Ich nenne so etwas Mauschelei oder Vetternwirtschaft oder eventuell sogar politische Vorteilsnahme im Amt (man kennt sich ja)!
 
Wir als Privatpersonen können bestraft werden, wenn wir ohne behördliche Genehmigung auch nur einen einzigen Baum bestimmter Größe und/oder Art abholzen. Hier wird das Recht meiner Meinung nach durch den Minister und den OB sowie jetzt auch durch den Beschluss der Bürgerschaft gebeugt! Sie alle haben sich schuldig gemacht, vermutlich gegen das Waldschutzgesetz verstoßen zu haben!
 
Trotz Protest vieler Bürger und Umweltschützer wurde eine weitreichende, negative Entscheidung durch die Bürgerschaft getroffen. Auch ich hatte zuvor eine lange E-Mail an die Bürgerschaft geschrieben, die vermutlich nicht einmal gelesen wurde und schon gar nicht beantwortet. So gehen die sogenannten Volksvertreter mit der Meinung und den Bedenken der Bürger um. In groszlig;herzoglicher Manier wird sich anscheinend über alles und jeden hinweggesetzt, ohne auch nur einen einzigen vern&umml;nftigen Gedanken an die Folgen ihrer Beschlüsse zu verschwenden.
 
Waldschutz, Naturschutz, Klimaschutz sind auch in der Stralsunder Politik somit auch nur leere Sprachblasen. In Wahrheit geht es bei diesem Prestigepojekt nur um den Willen eines Einzelnen, nämlich den des OB, der das als "wichtiges Stadtentwicklungsprojekt" anpreist! Und dazu noch das für mich fadenscheinige Argument, dass ja auf Ummanz(!) als Ersatz 2 ha Wald entstehen. Bitte was nützt den Deviner Bürgern eine "Ersatzwald" auf Ummanz?! Sollen sie zur Erholung jetzt nach Ummanz fahren und sich jahrelang Minibämchen ansehen? Vielleicht gibt es diese Waldanpflanzung ja sogar bereits schon? Wer weiß das schon so genau? Dann würde sich der Minister nicht nur der Rechtsbeugung sondern auch der Nichtwahrheit schuldig machen!
 
Ich kann nur sagen: Welch ein Schwachsinn!
Liebe Bürger von Devin. Sie tauschen in naher Zukunft ein Waldstück mit Ruhe und schönem Vogelgezwitscher gegen Lärm, mehr Verkehr auf einer Dorfstraße und an sechs Tagen jede Woche von 7 bis 21 Uhr rasselnde Einkaufswagen auf Betonpflaster ein. Herzlichen Glückwunsch zur neuen alten Stadtentwicklung an einem Ort, der keine solche braucht! Sie werden sich noch wundern, was auf Ihrer Dorfstraße noch alles so los sein wird in Zukunft. Einkaufstouristen werden erscheinen, um im Supermarkt XY mal zu schauen, was es dort so alles gibt, wenn man schon einmal in der Nähe ist. Der große real und der kleine Aldi sind für die paar Hundert Einwohner von Devin ja auch viel zu wenig Einkaufsmöglichkeiten ;-/...
 
Hat sich eigentlich einer der Entscheidungsträger jemals die Frage nach einem Alternativstandort für dieses fragwürdige Bauvorhaben gestellt? Warum muss es unbedingt dieses Waldstück sein, wo es doch mehr als genug Freiflächen vor dem Dorf hin zum Bauhaus sowohl links als auch rechts der Straße gibt?! Haben die Einwohner nicht Ruhe und Natur verdient in einer lauten und immer hektischer werden Zeit? Ich denke, die meisten Deviner wohnen bewusst in dieser ruhigen Gegend und wollen keinen Lärm!
Darf in einer Ortschaft kein Baum mehr stehen? Merkwürdigerweise werden von Investoren und Entscheidungsträgern meistens Flächen mit großen Bäumen für Bauvorhaben bevorzugt! Warum??? Ich vermute, dass das Laub im Herbst und die Baumpflege nicht erwünscht sind. Gab es eigentlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung? Und wenn ja, was hat diese ergeben? Vermutlich das, was ich denke - alles völlig umweltverträglich.
 
Was werden die nächsten Schritte bei diesem speziellen Bauprojekt wohl sein?
Vermutlich möchte der anscheinend für die Stadt sooo wichtige Investor so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen. Es müssen also schnellstens Tatsachen geschaffen werden, damit sich nicht noch irgend jemand rechtlich zur Wehr setzt, um den Unsinn zu verhindern. Also werden sich die Politiker mit Hilfe ihrer eigenen Behörden wohl auch über das Bundesnaturschutzgesetz hinwegsetzen, nachdem das Fällen oder Beschneiden von Bämen sowie der Heckenschnitt vom 1. März bis 31. Oktober absolut verboten sind, und zwar mit einer "Gefälligkeit" zum Abholzen. Das wäre dann ein weiterer Akt aus dem Drama "WIR machen, was WIR wollen, EGAL, was die Bevölkerung will!"
 
 
Was bedeutet das für die Stralsunder Bevölkerung?
Werden Sie jetzt aktiv! Wehren Sie sich gegen politischen Unsinn und Wahnsinn! Schreiben Sie in höflicher(!) Form an den OB und die Bürgerschaft, was Sie von diesem Projekt halten! Und für die Zukunft: Überreichen Sie dem OB und seinen Vasallen bei der nächsten Bürgerschaftswahl die Quittung für diesen politischen, und wohl viel schlimmer, naturschutzignorierenden Unsinn, indem Sie bessere Volksvertreter wählen!
 
Fazit:
Auch einige Minister und Oberbürgermeister scheinen aalglatt zu sein und gestalten ihre eigene Welt ohne Rücksicht auf Verluste, Bürgermeinungen oder gar berechtigte Proteste oder Gesetze. Nur "der kleine Mann" muss sich an alle Gesetze, Verordnungen oder Demkmalschutz und sonstigen bürokratischen Unsinn halten - und wehe ihm, wenn nicht!
Wie sagt schon eine alte Weisheit: Eine Krähe hackt der anderen bekantlich kein Auge aus.
 
 
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