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| Darze |
| Ausweichanschlussstelle in Mecklenburg (ursprünglich Privatladestelle, ca. 1941 - 1946 Kreuzungsbahnhof)   |
Strecke:
 
(Ludwigslust -) Parchim - Karow (Meckl) - Waren (Müritz) - Möllenhagen -
Neubrandenburg
  in km 30,6 (ursprünglich in km 30,8) |
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Aus der Geschichte der Station (Akten des Landeshauptarchivs):   Im März 1920 beantrage die Firma Mecklenburgische Torfindustrie Greve, Wolff und Baumeister aus Parchim beim Eisenbahn-Betriebsamt in Ludwiglust die Errichtung einer Privatladestelle an der Schnittstelle der Eisenbahn mit der Chaussee Parchim - Sternberg zu genehmigen. Sie sollte auch dem öffentlichen Verkehr dienen. "Wir sind dabei der Ansicht, dass die Ladestelle den Interessen der Bewohner der Ortschaften Stralendorf, Darze, Dargelütz, Wozinkel, Granzin, Lindenbeck, Grebbin, Kossebade, Woeten, Herzberg, Tannenhof, Neu Herzberg, Muschwitz, Lenschow und Mühlenhof dienen wird. Wir selbst beabsichtigen jährlich etwa 100.000 Centner Torf im Darzer Moore herzustellen und die Verladung auf der Ladestelle zu bewältigen. Ferner wissen wir, dass die Zuckerfabrik in Lübz Kaufrüben in den genannten Ortschaften anbauen lässt. Es werden also auch die zum Zuckerrübenbau erforderlichen und erzeugten Produkte nur auf der Ladestelle ein und ausgehen. Für den Bau bemerken wir folgendes,: Der Grund und Boden zur Ladestelle gehört uns. Für den Bau der Gleisanlage stehen uns zur Verfügung: 2 Stück neue einface Weichen, Normalspur, 1:9, Form 6d, 1 Stück rechts und 1 Stück links abzweigend mit je 35 Stück eisernen Querschwellen, Profil 50, mit Zwangschienen, anstelle der z. Zt. nicht zu beschaffenden Radlenker, nebst Weichenbock für Handbedienung. Ferner eine gebrauchte guterhaltene, einfache Weiche, 1:9, Form 6b mit 36 eisernen Querschwellen. 190 lfdm. Gleis werden wir möglichst rechtzeitig für den Bau noch beschaffen. Wir erbitten baldige Antwort über die Genehmigung zum Ladestellenbau, damit wir die uns angebotenen Weichen ankaufen können, weil sonst sie anderweitig angekauft werden könnten." Zur Ausführung selbst gestatten wir uns folgende Wünsche, die auch dem Allgemeininteresse dienen. Wir würden das erforderliche Gelände zur Ladestelle sowie das erforderliche Eisenzeug unentgeltlich liefern und an die Eisenbahnverwaltung abtreten, wenn sie die Ausführung der Ladestelle selbst auf eigene Kosten und später die dauernde Unterhaltung der Ladestelle übernehmen. Jedoch möchten wir uns den Vorbehalt sichern, wer weiter die Ladestelle benutzen kann." |
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Im Februar 1921 schrieb das Betriebsamt an die Eisenbahn-General-Direktion, dass die
Zuckerfabrik Lübz an das Amt herantrat und um die Errichtung einer Privatladestelle in km 30,6
gebeten hatte. Wegen der hohen Kosten sollte die Anbindung an das Streckengleis jedoch nur
einseitig aus Richtung Rom kommend angebunden werden. Das Gelände wollte die Zuckerfabrik zur
Verfügung stellen. Die Bedienung der Ladestelle sollte mit der Parchimer Rangierlok erfolgen,
die ohnehin schon die Anschlüsse Möderitz und Neuhof bedienen musste.Die Güterzüge 6023, 6025
und 6407 waren nicht in der Lage Darze zu bedienen. 6023 würde den P 163
aufhalten, 6025 durfte keine Verspätung bekommen und 6407 musste schon meistens mit einer
Vorspannlok fahren. Wegen der Anbindung der Ladestelle müsste die Lokomotive die Wagen von Darze nach Parchim schieben. Das konnte zugelassen werden, weil die Überwege in km 27,3 und 30,6 bewacht waren.   Am 10. August 1921 berichtet die Zuckerfabrik Lübz an die Schweriner Generaldirektion der Eisenbahn, dass der Gleisanschluss fertig ist und abgenommen werden könne. Außerdem bat man zur Inbetriebsetzung "noch um Genehmigung folgender Punkte: 1. Die Wagenanforderungen müssen an die Station Parchim gehen. 2. Ebenso darf der Bahnwärter an der Weiche Wagenladungen entgegennehmen und weitermelden."   Am 18 August erließ Schwerin den zugehörigen Dienstbefehl. |
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|   | Tags darauf meldete das Betriebsamt Ludwigslust der Generaldirektion die Fertigstellung und Abnahme des Privatanschlusses. Nur die Befestigung der Ladestraße fehlte noch. Die offizielle Bezeichnung sollte lauten Privatladestelle Darze. |
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Ende Oktober schrieb das Betriebsamt Ludwigslust nach Schwerin, dass die Zuckerfabrik nur 100 m
Gleis beschafft hatte, von denen 80 m als Ladegleis dienen, was von der Zuckerfabrik als
ausreichend erachtet wurde. Auch der Wendeplatz der Ladestraße und der Zufuhrweg dorthin seien
ausreichend groß.   Am 22. Dezember wurde in Schwerin der Anschlussvertrag unterzeichnet. |
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Später wurde noch ein Torflagerschuppen mit eine Größe von ca. 35 x 12 m errichtet.     Ab 1940 wurden u.a. die Strecken Dömitz - Ludwigslust und Ludwigslust - Parchim - Neubrandenburg zu Kriegszwecken mit der Dringlichkeitsstufe I ausgebaut, um eine dichte Zugfolge zu ermöglichen. Auch Darze sollte und wurde tatsächlich zu einem Kreuzungsbahnhof ausgebaut werden. Dafür wurden 117.000 RM veranschlagt. Für alle Maßnahmen auf beiden Strecken waren es 1,63 Mio RM. Der Privatanschluss blieb erhalten und wurde an das neu errichtete Kreuzungsgleis angeschlossen. |
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Für den Kreuzungsbahnhof wurden ein Kreuzungsgleis sowie zwei mechanische Stellwerke "De"
(Befehlsstellwerk) und "Do" (Wärterstellwerk) mit einer Höhe von 0,40 m über SO errichtet.
Aufgestellt wurden zwei dreibegriffige
Einfahrsignale und vier zweibegriffige Ausfahrsignale. Für die beiden Einfahrsignale wurden
jeweils 2 Doppelstellerhebel, für die Ausfahrsignale jeweils 2 Einzelhebel pro Stellwerk
verbaut. Hinzu kamen ein Zungenriegel und insgesamt 3 Weichenhebel. Den Unterlagen zu Folge wurden, entgegen des Lageplanes, keine Einfahrvorsignale aufgestellt. Beide Stellwerke waren durch Bahnhofsblock miteinander verbunden. Es gab 6 Befehlsfelder, 4 Zustimmungsfelder und 2 Fahrstraßenfelder. Somit gab es insgesamt 12 besetzte Blocksperrenplätze. Nur für die Sicherungs- und Fernemeldetechnik wurden 46.500 RM veranschlagt. Das Kreuzungsgleis hatte eine Länge von 600 Metern.   Nach Kriegsende wurde der Bahnhof 1946 als Kriegsreparatin abgebaut. Das betraf auch die Weiche zum Anschlussgleis. Erst 1948 wurde diese wieder an der ursprünglichen Stelle in das Streckengleis eingebaut.   Im April 1952 übernimmt die VdgB BHG Stralendorf den Anschluss, doch bereits im November musste das Gleis wegen schlechtem Zustand gesperrt werden. Daraufhin wurde das Gleis anscheinend wieder Instand gesetzt und konnte bis 1958 wieder genutzt werden.   Als das Gleis 1958 erneut gesperrt werden und der Anschlieer trat vom Vertrag zurück.   1960/61 wurde der Bau einer neuen Anschlussbahn für das geplante oder bereits im Bau befindliche VEB Gasbetonwerk Parchim genehmig, das 1964 die Produktion aufnahm. Anfangs wurden Porenbetonplatten für den Plattenwohnungsbau gefertigt, später auch die bekannten Gasbetonsteine. Die Anschlussbahn wurde in km 30,663 an das Streckengleis angeshlossen. Die Endabnahme erfolgte 1963, also rechtzeitig zum Produktionsbeginn. |
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Für den Betrieb wurden 1962 und 1963 insgesamt zwei Kleinlokomotiven vom Typ V10B angeschafft.
Gemäß einer Literaturangabe soll es noch eine dritte Kleinlok gleichen Typs gegeben haben. Bis
heute befinden sich noch zwei Kleinloks im Besitz des Werkes, die ihr Dasein seit 1990 ungenutzt
fristen. Genauere Informationen sind unter
Bahn-Express zu finden.   Die Anschlussbahn existiert bis heute und ist sogar noch an das Streckengleis angeschlossen, wird aber nicht mehr genutzt. |
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