Ladestelle Daschow

ehemalige Privatladestelle in Mecklenburg
 
Strecke:   (Ludwigslust -) Parchim - Karow (Meckl) - Waren (Müritz) - Möllenhagen - Neubrandenburg   in km 52,7
 
 
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Die Privatladestelle entstand im Herbst 1894 rechtzeitig für "Ver- und Entladungen des Gutes Daschow während der Zuckerrübenernte." so steht es in der Akte 9.2-17 Nr. 487, Schriftstück 11322T des Landeshauptarchives Schwerin. Abfertigungsstation war der Bahnhof Gallin.
 
In dem Dienstbefehl für die Ladestelle Daschow vom 6. Oktober 1894 wird die telegrafische Abkürzung "Dch" festgelegt. "Bezüglich der Handhabung des Betriebes werden die nachstehenden Bestimmungen erlassen:
Das Ladegleis ist in beiden Richtungen durch eine Weiche mit dem Hauptgleise verbunden. Die Weichen werden in ihrer Grundstellung für das durchgehende Gleis unter Verschluß gehalten, ebenso die auf dem Ladegleis angebrachten beweglichen Sperrbäume. Eine besondere Bewachung der Ladestelle findet nicht statt, ebensowenig eine Beleuchtung der Weichen während der Dunkelheit. Der Verschluß der Weichen wird durch Controlriegel-Apperate (System Clauss) bewirkt. Bezüglich der Handhabung dieses Verschlusses wird auf die dafür besonders herausgegebene Dienstanweisung verwiesen.
Zur Benutzung der Ladestelle außerhalb der Rübenkampagne bedarf es besonderer direktionsseitiger Genehmigung.
Die auf dem Ladegleise aufgestellten Wagen sind stets festzubremsen bezw. fest zu verlegen; außerdem ist das Gleis durch die vorhandenen Sperrbäume abzuschließen. Die Unterhaltung der Ladestelle ist Sache der Eisenbahn-Verwaltung und gehört zum Dienstbereich des Bahnmeisters der betreffenden Strecke. Ausgenommen hiervon ist jedoch die Verladerampe, welche Privat-Eigenthum und vom Eigenthümer zu unterhalten ist. Aenderungen und Reparaturen an der Rampe dürfen nur mit Genehmigung der Eisenbahn-Verwaltung vorgenommen werden.
Die Züge, mit welchen die Beförderung der Wagen nach und von der Ladestelle vorgenommen werden, werden vom betriebstechnischen Büreau bestimmt.
Schwerin, den 6. October 1894
Großherzogliche Generaldirektion
[Unterschrift] Ehlers"

 
Die Ladestelle besaß am westlichen Ende nur eine Ladestraße, in der das Gleis der Feldbahn vom Gut Daschow lag, das kurz vor der Weiche 1 die Bahnstrecke in km 52,539 auf einem Überweg querte.
Eine weitere Feldbahn vom Gut Penzlin endete am östlichen Ende der Ladestelle auf einer noch heute existierenden und recht gut erhaltenen Rampe. Diese Feldbahn querte östlich der Ladestelle die Bahnstrecke in km 53,240, um die südlich der Bahn gelegenen Äcker zu erreichen. Beide Feldbahnen waren auf der Ladestelle wegen des Höhenunterschiedes nicht miteinander verbunden.
Am 1. November 1894 beschwerte sich die Gutsverwaltung Daschow bei der Eisenbahn-Verwaltung darüber, dass die Güterzüge gelegentlich die Wagen für Daschow auf der Penzliner Seite des Anschlussgleises abstellten, wodurch die Wagen nicht be- oder entladen werden konnten.
Später enstand auch eine Feldbahnrampe für die Daschower Feldbahn, vermutlich auch, um das Problem mit der Wagengestellung zu beheben. Ob danach die Feldbahnen miteinander verbunden waren, ist nicht klar, lässt sich aber durchaus vermuten.
 
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1935 wurde die abgängige Weiche 1 ausgetauscht, Weiche 2 folgte Anfang 1936.
Ebenfalls im Jahr 1935 ging es um die Bewachung der Feldbahnkreuzungen vor und hinter der Ladestelle, die feldbahnseitig durch Sperrbäume gesichert waren und durch einen bzw. zwei Wärter bewacht werden mussten. Beide Feldbahnen wurden mit Pferden betrieben. Nachfolgend kann die Betriebsanweisung eingesehen werden.
 
     
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Im ersten Halbjahr des Jahres 1946 wurde die Ladestelle von der Roten Armee benutzt. Die dafür anfallenden Gebühren wurden "niedergeschlagen", es brauchte also niemand dafür aufkommen.
Am 1. Juli 1946 übernahme die Gemeinde Daschow den Anschluss, später die VdgB (BHG) Gallin.
1957 teilte die Bahnmeisterei Karow der VdgB mit, dass das Anschlussgleis mit sofortiger Wirkung wegen Unbefahrbarkeit (stark verkrautet) gesperrt wurde. Der Anschließer wurde aufgefordert, die Verkrautung zu entfernen, damit der Anschluss wieder nutzbar wird. Ob die Maßnahme erfolgte, ist mir nicht bekannt.
Nach 1957 übernahm die Gemeinde Gallin den Anschluss.
1958 hat die DR eine neue Bedienungsanweisung herausgegeben. Die beiden Feldbahnen waren bereits abgebaut.
 
  
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1959 bat die Gemeinde die Rbd Schwerin um die Beschaffung von 320 Klemmplatten für die auszuwechselnden Schwellen.
Nach 1959 übernahm die LPG "Thomas Müntzer" Penzlin die Anschlussstelle und bat Ende 1962 die Bm Karow um den Abbau der der Anschlussbahn und kündigte den Anshlussvertrag. Die Kosten für den Rückbau musste die LPG tragen.
Am 20. April 1964 teilte die Bm Karow der Rbd mit, dass der Anschluss abgebaut wurde.
 

 
     
 
 
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